Our Life Is Not A Movie Or Maybe

Ein Filmblog. Filmtipps, Filmkritiken & Assoziationen.

Archive for December, 2008


Am Jahresende ohne viele Worte

Weil mir manch frühes Wort in diesem Blog heute schon peinlich ist, klingt das Jahr mit zwei Filmen aus, die ohne viele Worte auskommen. Auf sie lässt man sich am besten ein, ohne vorher etwas darüber zu lesen. Kim Ki-Duks „Bin Jip“ hätte ich mir wahrscheinlich nie angeschaut, wenn ich die Rückseite der DVD vor dem Kauf gelesen hätte.

Bin Jip
„Bin Jip“ von Kim Ki-Duk (2004).

Dolls
„Dolls“ von Takeshi Kitano (2002).

In Takeshi Kitanos Film verlieren die Hauptfiguren mehr Worte. Wirkung erzielt der Film aber über die Bilder. Und, ganz außergewöhnlich, über Symbole. Die sind ausnahmsweise einmal nicht leer und haben mich daher nicht kalt gelassen.

Neue Lieblingsfilme

Leider konnte ich Tomas Alfredsons „Let the right one in“ (So finster die Nacht) noch immer nicht sehen. Der Film wird hier nicht gezeigt. Das ist bedauerlich, insbesondere wenn man immer wieder auf Werbung für „Twilight“ stößt. Wer will den sehen?

Meine Filmerlebnisse kamen daher von DVD und VHS. Und gleich sechs Filme habe ich in meine Liste mit Lieblingsfilmen aufgenommen.

Es sind die folgenden Werke:

Die Frau in den Dünen
„Die Frau in den Dünen“ (1966). Hiroshi Teshigaharas Film hätte Franz Kafka bestimmt besser gefallen, als sämtliche Verfilmungen seiner Werke.

Mitt liv som hund
„Mitt liv som hund“ aus dem Jahr 1985 zählt zu den Lieblingsfilmen des ebenfalls gerade entdeckten Satoshi Kon. Es ist Lasse Hallströms bester Film.

A streetcar named desire
„A Streetcar named Desire“ (1951). Viel zu spät entdeckt, aber sofort bewundert: die Zusammenarbeit von Regisseur Elia Kazan mit dem Autor Tennessee Williams.

Baby Doll
„Baby Doll“ (1956). Ebenfalls eine Zusammenarbeit von Elia Kazan mit Tennessee Williams. Mindestens so gut wie Stanley Kubricks „Lolita“.

Paprika
„Paprika“ (2006). Selten verspüre ich das Bedürfnis, einen Film gleich nochmal sehen zu wollen. Satoshi Kons „Paprika“ gehört zu diesen Ausnahmen. Was als “Brain on Anime” beworben wird, ist die geniale Verknüpfung von Realität und Traum.

Tokyo Godfathers
„Tokyo Godfathers“ (2003). Satoshi Kons etwas andere und daher bessere Weihnachtsgeschichte.

Entweder / Oder


Lucy Liu in “Cypher” (2002). Auch dieser Film hat mich nicht von den Filmen der Lucy Liu überzeugen können. Leider, leider.

Mission Impossible
Bald mit Operation “Walküre” am Start, hier noch in “Mission Impossible” (1996): Tom Cruise.

Entweder / Oder

Go for Gold, …

Angie Dickinson
… Angie Dickinson.

Angie Dickinson
Angie Dickinson und John Wayne in Howard Hawks’ “Rio Bravo” (1959). Weil es ein Western von Howard Hawks ist, bringt die Frau, in diesem Fall hat sie den schönen Namen Feathers, nicht nur den Kaffee. Der Zuschauer freut sich.

Und frage mich nun also … Experiment!

Von Trailern halte ich grundsätzlich nicht viel (Braucht man Trailer?). Manchmal sind sie aber doch sehr aufschlussreich. Letzten Samstag wurde im Kino nämlich der Trailer für „Australia“ unmittelbar nach dem für „Buddenbrooks“ gezeigt. Eine für „Australia“ in meinen Augen verhängnisvolle Reihenfolge. Denn die „Höhepunkte“, die man hier zusammengestellt hat, wirkten auf mich wie aus der hollywoodschen „Großes Melodrama / Effekte“ – Kiste gegriffen. Aufgeblasen und künstlich.

Nun beschäftigt mich die Frage, ob nicht ein weiterer Umstand den Eindruck der Künstlichkeit unterstützt hat. Lächelt bei Nicole Kidman mittlerweile nur noch der Mund (Botox and friends)? Mir erschien das Gesicht wie eine nahezu makellose, aber leere Leinwand. Was sicher noch deutlich stärker auffiele, wenn eine Sonnenbrille den intensiven Blick verbergen würde. Man kann das gerne einmal vor dem Spiegel versuchen: zu lächeln, ohne die typischen Lachfalten zu produzieren. Ich schaffe es nicht.

Nicole Kidman: BMX Bandits
Nicole Kidman in “BMX Bandits” (1983).

Nicole Kidman: Australia
25 Jahre später: Nicole Kidman in “Australia” (2008).

Buddenbrooks

Interessanter Nebeneffekt: „Buddenbrooks“ (Schon wieder Breloer!) werde ich mir anschauen. Das hatte ich ursprünglich nicht vor. Kinostart ist der 25. Dezember.