Our Life Is Not A Movie Or Maybe

Ein Filmblog. Filmtipps, Filmkritiken & Assoziationen.

Archive for June, 2008


Thelma & Louise (1991)

Eine Kellnerin und eine Hausfrau in den Hauptrollen eines Roadmovies. Wer hätte gedacht, dass dieser Bruch mit den Regeln des Genres gut gehen kann? Und doch sind es gerade diese Figuren, deren Schicksal den Zuschauer über die Länge von 129 Minuten fesselt.

Thelma / Louise (1991)

Louise (Susan Sarandon) arbeitet als Kellnerin in einem Restaurant. Ihr Freund Jimmy (Michael Madsen) ist Musiker und häufig unterwegs. Eine Beziehung nicht ohne Spannungen, wie wir später erfahren. Der Film, der seine Heldinnen vorbildlich einführt, zeigt eine ordentliche Louise, deren Wohnung vor Sauberkeit erstrahlt. Ihre weniger durchsetzungsstarke Freundin Thelma (Geena Davis), die als Hausfrau an der Seite eines sportvernarrten Ekels lebt, verbindet Naivität und Chaos in ihrem Charakter.

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Louis Malle: Atlantic City (1980)

Der Nachteil eines schönes Traumes ist bekannter Maßen nur der, dass man irgendwann daraus erwacht. „Atlantic City“ von Louis Malle bietet dem Zuschauer Traum und Erwachen. Atlantic City, die Stadt, von der das Filmposter verspricht, dass hier Träumer Gewinner sein können, ist im Übergang begriffen. Alte Wohnblocks in tristen, vom langen Niedergang der Stadt kündenden Vierteln werden abgerissen, um neuen Casinos Platz zu schaffen. Das Glück hält im wahrsten Sinne des Wortes Einzug in die Stadt.

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Lou Pascal (Burt Lancaster), ein Krimineller vergangener Tage, verdient sich sein Geld, indem er sich um die in der Wohnung unter ihm wohnende Grace Pinza (Kate Reid) und ihren Pudel kümmert. Ein Klingelzug verbindet die Wohnungen. Wenn Grace klingelt, muss Lou springen. Die ehemalige Schönheitskönigin lebt ebenfalls in der Erinnerung, ist zänkisch und feilscht um jeden Dollar. Die beiden sind wie die Stadt heruntergekommen. Der Wohnblock, in dem sie hausen, soll bald abgerissen werden.

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Louis Malle: Pretty Baby (1978)

Basierend auf dem Drehbuch von Polly Platt, erzählt Louis Malle mit „Pretty Baby“ eine Episode aus Storyville, dem Rotlichtviertel von New Orleans, zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. In deren Zentrum steht das Schicksal der im Haus von Madame Nell arbeitenden Prostituierten Hattie (Susan Sarandon) und ihrer 12-jährigen Tochter Violet (Brooke Shields). Abwechslung in den Lebensalltag von Madame Nells Frauen bringt der Fotograf Bellocq (Keith Carradine), der im Haus eine Reihe von Portraits anfertigen möchte. Dabei weckt besonders Hattie die Aufmerksamkeit von Bellocq. Hatties Tochter wiederum interessiert sich für den Fotografen und dessen Arbeit.

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Hintergrund

E. J. Bellocq (1873-1949) war ein amerikanischer Fotograf, der von 1895 bis 1940 in New Orleans tätig war. Über sein Leben und seine Arbeit weiß man nur sehr wenig. Er ist bekannt für seine realistischen Fotos von Prostituierten aus dem Rotlichtviertel von New Orleans, die er in der zweiten Dekade des vergangenen Jahrhunderts anfertigte. Lee Friedländer entdeckte die auf Glasplatten erhaltenen Negative 1958, kaufte sie wenige Jahre später und machte Bellocqs Fotos durch ihre Veröffentlichung bekannt.

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Louis Malle: Damage / Verhängnis (1992)

Remember, damaged people are dangerous. They know they can survive“, sagt Anna Barton (Juliette Binoche) einmal zu Stephen Fleming (Jeremy Irons). Stephen ist Mitglied des Parlaments und lernt Anna auf einem Empfang kennen. Sie stellt sich als die Freundin seines Sohnes Martyn Fleming (Rupert Graves) vor.

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In dieser ersten Begegnung, im ersten Blick, den die beiden austauschen, verrät sich eine beiderseitige sexuelle Anziehung, die sich ihrer Kontrolle entzieht. Kurz darauf ruft Anna Stephen an, Stephen lässt sich ihre Adresse geben. Die beiden treffen sich. Das Hereinbrechen der Leidenschaft ist für Stephen, der über sein Leben bisher immer völlige Kontrolle ausgeübt hat, eine ganz neue, alles in Frage stellende Erfahrung.

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Sehnsucht nach Afrika (1976)

Nachrichten erreichen Fort Coulais in Französisch-Äquatorial-Afrika nur mit deutlicher Verspätung. Deswegen ist die Überraschung groß, als im Januar 1915 die Nachricht vom Ausbruch des Krieges in Europa in Form einer sechs Monate alten Zeitung an diesen entlegenen Ort dringt. Mit den Deutschen in der Nachbarschaft – drei an der Zahl – hat man sich bisher immer bestens verstanden. Damit hat es nun eine Ende. Patriotische Gefühle und Pflichtbewusstsein erwachen. Das kleine Grüppchen, u.a. aus Kleinwarenhändlern und zwei Priestern bestehend, beschließt eine Expeditionskommando, welches das Fort der Deutschen mit einem Überraschungsangriff einnehmen soll. Der junge Intellektuelle Hubert Fresnoy (Jacques Spiesser) ist der einzige, der warnt. Er findet kein Gehör.

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Bild: Sergeant Bosselet (Jean Carmet) vor seinem ersten Gefecht

Der Angriff auf die Nachbarn wird beschlossen und auf den Tag des Herrn festgesetzt – ein Vorschlag der beiden Priester, die meinen, mit Gott im Rücken wäre man auf der sicheren Seite. Die berauschte Stimmung mündet in Feierlichkeiten. Mit guter Laune und Zuversicht zieht die Truppe, die vornehmlich aus mit alten Flinten ausgerüsteten Eingeborenen besteht, ins Gefecht. Maschinengewehrfeuer lässt den Angriff im Desaster enden. Die Einwohnerschaft von Fort Coulais, die auf einem entfernten Hügel bei Wein und Gebäck den Sieg bestaunen wollte, ist entsetzt.

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