Our Life Is Not A Movie Or Maybe

Ein Filmblog. Filmtipps, Filmkritiken & Assoziationen.

Archive for May, 2008


EM: Sprachlich auf Augenhöhe bleiben

Da die uns von der Fußball-EM noch trennenden Tage stetig abnehmen, ist es an der Zeit, sich dem Spiel der Spiele auch sprachlich zu nähern, liebgewordene Floskeln ins Bewusstsein zu rücken. Oder, um Fußballdeutsch zu reden, „abzurufen“.

Als Einleitung zu diesem Text schwebte mir ein Zitat Boris Beckers aus einem Werbespot vor, in dem er mit der Wortgewandtheit eines Weltklasse-Tennisspielers den Moment beschreibt, der ihn Jahre später für viel Geld zum Bier greifen lässt. Sinn sollte es sein, die sprachliche Überlegenheit fußballbezogener Floskeln gegenüber dem Tennisdeutsch herauszustellen. Die Suche hat mich etwas vom Thema abgebracht.

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The Interpreter (Die Dolmetscherin, 2005)

Aus gegebenem Anlass habe ich mir gestern Sydney Pollacks „Die Dolmetscherin“ angeschaut. Das war ein paradoxes Erlebnis, wie ich es selten erlebt habe. Während der zwei Stunden Film habe ich gewaltig gegen den Schlaf ankämpfen müssen. Nach dem Film habe ich überlegt, aus welchen Gründen mich der Film nicht in seinen Bann gezogen hat. Das wiederum hat mir den Schlaf geraubt, so dass ich mich in den Morgenstunden entnervt an den Rechner gesetzt habe.

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Auf der Seite der FAZ bin ich auf eine kleine Fotostrecke mit Zitaten von Sydney Pollack gestoßen. Folgende Aussage stach mir ins Auge:

“Ich finde, dass der Thriller ein guter Test für einen Regisseur ist. Es gibt ein paar Genres, die einen fordern. Der Western ist auch so ein Genre mit sehr strengen Regeln. Aber das Härteste sind Komödien, da ist der Bereich am schmalsten, wenn man ins Schwarze treffen will. Thriller kommen gleich danach. Wenn man da was verpasst, fährt der Film zur Hölle. Es ist eine gute Selbstdisziplinierung.”

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Henry Fonda: Revolution im 68-er Western

Die Geschichte ist bekannt. Sergio Leone flog in die Vereinigten Staaten, um Henry Fonda zu erklären, warum er ihn für die Rolle des Frank in „C’era una volta il West“ („Once Upon a Time in the West“ / „Spiel mir das Lied vom Tod“, 1968) besetzen wollte. Er soll in etwa erklärt haben: „Stell Dir einen Gunman vor. Die Kamera zeigt ihn von der Hüfte abwärts, während er einen Revolver zieht und ein Kind erschießt. Die Kamera fährt um den Mann herum, schwingt sich auf Gesichtshöhe und – Oh mein Gott, es ist Henry Fonda!“

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Sergio Leone wollte das Publikum mit diesem Effekt schockieren. Ein Effekt, der natürlich nur funktionieren konnte, weil Fonda bis dahin vornehmlich als Good Guy besetzt worden war. Wer Henry Fonda als Tom Joad in John Fords „Grapes of Wrath“ oder in Sidney Lumets „12 Angry Men“ (es gibt unzählige weitere Beispiele) gesehen hat, zweifelt nicht am Überraschungspotential, wenn sich der eiskalte Mörder dann als Henry Fonda herausstellt.

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Ellen Page: Talent + gutes Skript = Filmerlebnis

Es sind ja immer die Umstände, die unsere Wahrnehmung beeinflussen. So hat bei der Oscarverleihung 2008 noch mein Favorit “No Country for Old Men” gewonnen.

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Bild: Diablo Cody und Ellen Page

“Juno” hatte ich noch nicht gesehen, weil mir der Trailer zum Film überhaupt nicht gefiel. “Nie!”, habe ich mir gesagt. Zum Glück habe ich mich dann durch die Begeisterung über den Film umstimmen lassen und mir “Juno” angeschaut. Danach war ich mit der Vergabe des Oscars für den besten Film schon nicht mehr so glücklich. Den hätte meines Erachtens nämlich “Juno” verdient gehabt. Da mag die Cinematographie der Coens noch so beeindruckend und der Film noch so gut erzählt sein. Als ästhetische Killerballade gerät er für mich im Vergleich zu dieser wunderbaren Komödie – die zum Glück keine der bösen Ahnungen, die der Begriff “Komödie” heutzutage hervorruft, bestätigt – ins Hintertreffen. Hinsichtlich der Leistungen der Schauspieler liegen für mich beide Filme auf Augenhöhe.

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Fay Wray, King Kong, Remakes & Sequels

Dank der massiven, allgegenwärtigen Werbung ist auch mir nicht entgangen, dass “Indiana Jones 4″ vergangenen Donnerstag gestartet ist. Der Film gehört einem Genre an, das mich weitestgehend gleichgültig lässt. Deshalb haben mich auch ein jugendlich frischer Harrison Ford und Cate Blanchet als russischer Haarschnitt aus einer vergangenen Zeit nicht ins Kino locken können.

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Dieses cineastische “Großereignis” hat mich aber dazu veranlasst, mir darüber Gedanken zu machen, ob die Bildcollage, welche diese Seite ziert, den Geist der hier besprochenen Filme überhaupt widerspiegelt. Ja und nein, denke ich. “King Kong” (1933) ist ein Abenteuerfilm mit Action und Fantasyelementen. Um diesen Beitrag zu archivieren, musste ich die Kategorie “Abenteuer” erst anlegen. Repräsentativ für die hier besprochenen Filme ist “King Kong” also definitiv nicht.

Dennoch habe ich nicht die Absicht, Fay Wray und Bruce Cabot zu ersetzen. Mir gefällt “King Kong” (1933) nämlich aus mehreren Gründen. Zum einen ist der Film wunderbar erzählt und animiert. Dann gefällt mir die Ambivalenz des Filmens im Film. Ob bei mir das Unterbewusstsein bei der Auswahl “King Kongs” eine Rolle gespielt hat, mag ich bezweifeln, aber diese Ambivalenz passt doch gut zum Titel dieser Seite: Our Life Is Not A Movie Or Maybe. Und das Foto, das eine nicht so ganz realistische Darstellung von Fay Wray mit wirklich sehr viel Emotion zeigt, spiegelt auch diesen Gedanken eines Spektakels wieder, das nicht existiert.

Die Rechtfertigung für Fay Wray und “King Kong” an diesem Ort mag sich nicht aufdrängen, mir gefällt sie. Mir gefallen sie. Und nicht zuletzt ist “King Kong” “der größte Abenteuerfilm aller Zeiten“, oder?

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