Die Ginei Studios werden nach 70-jährigem Bestehen abgerissen. Ein Dokumentarfilm soll den größten Star des Studios, Chiyoko Fujiwara, ehren. Der Reporter Genya Tachibana – ein glühender Verehrer Fujiwaras – und sein jugendlicher Kameramann Torrakichi machen sich deshalb auf, die zurückgezogen lebende Schauspielerin in den Bergen zu besuchen.

Bild: Reporter Genya vor den Ginei Studios

Bild: Abriss der Ginei Studios

Bild: Chiyoko Fujiwaras Filme
Die beiden haben Glück. Denn für gewöhnlich werden im Hause Fujiwara keine Reporter vorgelassen. Weil ein Interview recht langweilig anzuschauen wäre, bedient sich der Film mehrerer Kniffe, die “Millenium Actress” zu einem wunderbaren Erlebnis machen.
Zunächst übergibt Genya der älteren Dame einen mysteriösen Schlüssel. Fujiwara ist hocherfreut und gerührt, den Schlüssel, den sie augenscheinlich kennt, wieder in den Händen zu halten. Natürlich verbirgt sich dahinter eine spannende, im Film zu erzählende Geschichte.

Bild: Ein mysteriöser Schlüssel …

Bild: … gelangt wieder in die Hände der Schauspielerin

Bild: der geheimnisvolle Vorbesitzer
Ein weiterer Kunstgriff, den Film interessant zu erzählen, besteht darin, zwischen den Zeitebenen virtuos zu springen, Realität und Fiktion in meisterhafter Weise zu verflechten. Das hat man sich so vorzustellen, dass in den Erinnerungen Fujiwaras plötzlich die beiden Dokumentarfilmer auftauchen. So lebendig schildert die Schauspielerin ihr Leben.

Bild: Japans bewegte Geschichte

Bild: Japans bewegte Geschichte

Bild: Japans bewegte Geschichte
Die Schilderung ihrer Schauspielkarriere führt den Zuschauer nicht nur durch die jüngere japanische Geschichte, sondern auch durch Filmsequenzen, die dem besehenen Zuschauer vertraut vorkommen werden. Hier wird den Großen, und damit ist nicht nur Godzilla gemeint, Tribut gezollt.

Bild: Der böse Geist kommt einem so bekannt vor …

Bild: … weil Akira Kurosawas “Throne of Blood” wohl als Vorlage diente
Das Geheimnis des mysteriösen Schlüssels, den Genya Fujiwara zu Beginn übergab, hat mit einer ergreifenden, lebenslangen Liebesgeschichte zu tun. Dass “Millenium Actress” bei der Schilderung nicht melodramatisch wird, liegt in der Balance, die das gegensätzliche Reporterduo hervorbringt. Immer wenn Genya die Ergriffenheit Tränen in die Augen treibt, gibt sein Kollege Torrakichi einen Spruch zum besten, der den Film gekonnt erdet. Die Rührung, die der Film dennoch beim Zuschauer bewirkt, ist ehrlicher Natur.

Bild: Die Liebe auf der Leinwand …

Bild: … trotzt den Gesetzen der Zeit
Satoshi Kons “Millennium Actress” (2001) muss man, wie auch “Tokyo Godfathers” (2003) und “Paprika” (2006), unbedingt sehen.
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IMDb: Millenium Actress