Gleich vorab: wer wenig Zeit für Filme übrig hat oder sich aus freien Stücken auf Werke beschränkt, denen ein intelligentes Drehbuch zugrunde liegt, der kann auf “19″ verzichten.
Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Usami (Daijiro Kawaoka) wird von drei jungen Männern entführt. Es geht nicht um Erpressung. Die drei haben einfach Langeweile. Berücksichtigt man das Ende des Films, dann widerspricht es der Filmlogik nicht, wenn man behauptet, dass die Entführung nur stattfindet, weil das Auto der Entführer Platz für vier Personen bietet. Weil man nichts mit sich anzufangen weiß, weil man noch Platz im Auto hat, entführt man einen “Mitfahrer” …


Bild: Usami und der Kopf der Entführer

Bild: Es wird viel fotografiert …
Gern kann man darüber philosophieren, ob der Platz im Auto als eine Metapher für Leerräume im Leben zu verstehen ist. Der Film legt nicht nahe, dass eine großartige Idee hinter dem Projekt – der Name der Film-Company lautet Gaga – steckt.
Jedenfalls folgt der Entführung keine interessante Handlung. Schöne Dialoge vermisst man ebenfalls. Dem Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller Kazushi Watanabe geht es vor allem um Stimmung. Die versucht er über Bildkomposition, Gesten und Klänge zu erzeugen.
Und in der Tat: die Bilder sind schön komponiert. Sie sind freilich alle kräftig überbelichtet; später hat man sie gewöhnungsbedürftig eingefärbt. Hinzu kommt, dass der Transfer auf eine DVD 5 qualitativ zu wünschen übrig lässt. Das ist schade. Denn vor allem visuell kann “19″ punkten. Schon die sehr einfachen, die Handlung begleitenden Gitarrenklänge habe ich schnell als monotone Belastung empfunden.



Die Leistung der Darsteller überzeugt. Viel wird ihnen nicht abverlangt. Wem das, vermehrt um schöne Bilder nicht genügt, dem empfehle ich als bessere Alternative den im Folgejahr von Toshiaki Toyoda verfilmten “Blue Spring” (2001, IMDb)
IMDb: 19



