Our Life Is Not A Movie Or Maybe

Ein Filmblog. Filmtipps, Filmkritiken & Assoziationen.

Archive for the ‘Horror’


Empire of Passion (1978)

Wanderer kommst du nach Japan, dann solltest du “Empire of Passion” kennen. Nein, so herum: Filmfreund, kennst du “Empire of Passion”, dann möchtest Du nach Japan reisen (obgleich du es nie so schön finden wirst). “Reich der Leidenschaft” klingt nicht unbedingt nach einem Werbefilm für die Schönheiten eines Ortes, der uns als Land der aufgehenden Sonne bekannt ist. Ist er aber, wenn auch auf einem indirekten Weg. Denn die Natur bildet, im Wechsel der Jahreszeiten eingefangen, eine atemberaubende Kulisse für den gegen Ende des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf spielenden Film über Leidenschaft und Verbrechen.

Empire of Passion

Nagisa Oshimas “Empire of Passion” erzählt von Seki (Kazuko Yoshiyuki) und ihrem deutlich jüngeren Liebhaber Toyoji (Tatsuya Fuji). Der eifersüchtige Toyoji, gerade aus dem Krieg heimgekehrt, erträgt es nicht, dass Seki die Nächte mit ihrem Mann verbringt. Aus der Lust heraus ersinnt Toyoji eine List, mit der er Seki dazu verführt, mit ihm gemeinsam Gisaburo (Takahiro Tamura), ihren Ehemann, zu töten.

“Empire of Passion” ist eine Geistergeschichte. Es lässt sich denken, dass man Gisaburo in einer solchen nicht mit einem Mord aus der Welt schaffen kann. Zumindest nicht dauerhaft. Wer mehr vom Inhalt wissen möchte, schaut sich den Film an. Das Geistermotiv erfährt in “Empire of Passion” eine sehr schöne Variation, das Motiv des schrägen Ermittlers mit Inspektor Hotta (Takuzo Kawatani) eine überzeugende Interpretation, das sei noch verraten.

Empire of Passion

Empire of Passion

Empire of Passion

Die Geschichte des Films ist nicht wahnsinnig ungewöhnlich. Harmonie im Bunde findet der Dritte nur bei Lessing. Was den Film einzigartig macht, ist seine Auflösung in phantastische Bilder. Für die zeichnet sich Yoshio Miyajima verantwortlich. Der Miyajima, der auch die Bilder für Masaki Kobayashis Filme “The Human Condition” (1959-61), “Seppuku” (1962) und “Kaidan” (1964) komponiert hat. Alles Werke der “muss man gesehen haben” – Kategorie. Denkt man sich noch talentierte Darsteller vor und einen begabten Regisseur neben der Kamera hinzu, dann hat man alles, was ein großer Film benötigt.

Die aktuelle Bewertung von 6.7/10 auf IMDb spiegelt eindrucksvoll wieder, dass Bildkomposition und Atmosphäre Aspekte sind, die man in der Masse weniger honoriert. Dabei ist der Film noch nicht einmal beim breiten Publikum angekommen. Er verdient ein höheren Bekanntheitsgrad und mehr, viel mehr Seher.

Wenn man auf die sprichwörtliche Insel müsste und nur eine Hand voll japanischer Filme mitnehmen dürfte, dann gehört “Empire of Passion” zumindest in den Kreis der Kandidaten.

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IMDb: Empire of Passion

Let the Right One In (2008)

“Vielleicht der beste Film von 2008″ zitiert die DVD-Hülle von “So finster die Nacht” ein Urteil der Süddeutschen Zeitung. Das ist in diesem Fall keine der üblichen Übertreibungen. Die Geschichte führt dem Vampirgenre – im wahrsten Sinne – frisches Blut zu.

Oskar (Kåre Hedebrant), der von seinen Mitschülern wer weiß wie lange schon drangsaliert wird, hat sich psychologisch in eine gefährliche Richtung entwickelt. Das Sammeln von Zeitungsausschnitten über Gewaltverbrechen kennt man von jungen Menschen, die sich für erlittene Demütigungen mit Gewalt bis hin zu Amokläufen revanchieren. Oskars Übungen mit einem Messer, das er einem imaginierten Gegner zwischen die Rippen stößt, lassen spezifische Bedenken über seine Zukunft aufkommen.

Let the right one in / So finster die Nacht
Bild: Der neue Nachbar verdunkelt sogleich

Let the right one in / So finster die Nacht
Bild: Ein unangekündigter Zeuge überrascht

Let the right one in / So finster die Nacht
Bild: Oskar in der Schule

Let the right one in / So finster die Nacht
Bild: erste Begegnung mit Eli

Let the right one in / So finster die Nacht
Bild: Eli und Oskar

Let the right one in / So finster die Nacht
Bild: visueller Humor begleitet Oskars Krafttraining

Bei einer dieser Messerübungen wird er unterbrochen. Es ist Eli (Lina Leandersson), das zwölfjährige, gerade hinzugezogene Nachbarsmädchen, das sich lautlos genähert hat. Eli hat etwas geheimnisvoll Andersartiges an sich. Die Kamera fängt das sehr schön ein. Obwohl es Winter ist und Eli ein Hemd mit kurzen Ärmeln trägt, friert sie nicht. Sie riecht auch komisch, wie Oskar feststellt. Dass macht sie nur interessanter für den Jungen ohne Freunde, der sich zu ihr hingezogen fühlt. Man kann nur mutmaßen, welche Gedanken ihm über das Mädchen, welches ihm unumwunden mitteilt, dass die beiden keine Freunde werden können, durch den Kopf gehen. Warum denn nicht?

Der Film entwickelt seine Geschichte, die uns eine Antwort natürlich nicht vorenthält, vor einer winterlich frostigen Kulisse. Den Retrolook des Films verdanken wir dem 1982 in einer größeren schwedischen Stadt angesiedelten Geschehen.

Die Kombination von Ort und Zeit mit diesem Stoff sind die Basis für ein großartig fotografiertes und inhaltlich sehr frisches Filmerlebnis. Abgesehen von anderthalb Sequenzen wird nicht mit Effekten geprotzt. Es ist neben seiner Originalität die Liebe zum Detail, mit der “Let the Right One In” punktet. Punkten kann, weil die Jungdarsteller so talentiert sind, um auch mit bloßen Gesten oder Blicken Empfindungen auszudrücken.

Let the right one in / So finster die Nacht

Let the right one in / So finster die Nacht

Let the right one in / So finster die Nacht

Obwohl der Film mit wenig Worten auskommt, ist er inhaltlich komplex. Dem Zuschauer wird genügend angedeutet, als dass sich dessen Vorstellungsvermögen ausmalen kann, welches Drama die Vergangenheit für Oskar und in noch größerem Maße für Eli darstellt. Oder für den als “Vater” bezeichneten Versorger Elis. Dass es sich um den Vater handelt, lässt sich bezweifeln. Auch was immer kommen mag, man kann es sich schwer als eitel Sonnenschein vorstellen. Ich möchte mich hier nicht in Details verlieren, um dabei viel zu viel vom Inhalt zu verraten.

Schildert der Film das sich Näherkommen der beider Kinder in sensiblen Bildern, findet er für die das Überleben eines Vampirs garantierenden Handlungen drastische Bilder. Dabei verliert er sich fast nie in blutigen Details, sondern bedient sich lieber eines – manchmal surrealistisch anmutenden – Humors. Das sind oft schöne, visuell beeindruckende Brechungen.

Zusammenfassend formen tolle Haupt- und Nebendarsteller, ein sehr gutes Drehbuch, beeindruckende Kulissen und eine Kameraarbeit, die wundervoll atmosphärische Bilder produziert, den “vielleicht … beste(n) Film von 2008.”

IMDb: Let the Right One In

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Akumu Tantei / Nightmare Detective (2006)

Im Vergleich mit „Gemini“ (1999) oder „A Snake of June“ (2002) fällt „Nightmare Detective“ deutlich ab. Zwar hat Regisseur Shinya Tsukamoto auch diesmal etwas mitzuteilen, nur gelingt ihm die Gewichtung von Thema und Form weniger gut. Darüber hinaus stellt die Besetzung der weiblichen Hauptrolle mit einem japanischen Popstar, der nur über sehr beschränkte Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, einen Fehlgriff dar. Beides ist bedauerlich, denn die Regiearbeit zeigt sich Stoff und Darstellerleistung überlegen. Aber im Drehbuch begründete Schwächen kann man beim Filmen nicht mehr kompensieren. Schon gar nicht mit einer so blassen Hauptdarstellerin.

Nightmare Detective
Bild: Kein schöner Anblick: das erste Opfer

Der „Nightmare Detective“ (Ryuhei Matsuda), nach dem der Film benannt ist, ist ein lebensüberdrüssiger junger Mann, der die Fähigkeit besitzt, in die Träume anderer Menschen einzudringen. Er wird dann konsultiert, wenn es sich um Alpträume handelt, denen man abhelfen möchte. Das Eindringen ist fremde Träume ist ein gefährliches Unterfangen. Der „Detective“ hält sich deshalb mit der Anwendung seiner Gabe zurück.

Im Film wird er von der Polizei zu Hilfe gerufen. Dass sich die Polizei an ihn wendet, verrät viel von der dort herrschenden Verzweiflung. Aber ein Selbstmord, der kein Selbstmord zu sein scheint, und dem bald ein zweiter nach selbem Muster folgt, lässt den Ermittlern – der Fokus ruht auf der jungen Keiko Kirishima (Hitomi) – keine Wahl bei ihren Mitteln.

Der Zuschauer ist den ermittelnden Beamten vom Wissensstand voraus. Der Zuschauer weiß, dass es keine Selbstmorde waren, die den Tod der zwei Menschen bewirkt haben. Wir haben gesehen, wie sich die Opfer am Telefon mit jemandem über das Thema Selbstmord unterhalten haben. Ereignisse, die man am besten als übernatürlich bezeichnet, haben dann zu einem brutalen und blutigen Ende geführt. Der Film erzählt das in wirklich gruseligen Bildern.

Die Überprüfung der Verbindungsnachweise für die Telefone der Opfer führt die Ermittler auf die Spur des ominösen „O“ (gespielt vom Regisseur Shinya Tsukamoto). Keiko und der Nightmare Detective nehmen mit ihm Kontakt auf. Ein gefährliches Spiel beginnt.

„Nightmare Detective“ ist eine Mischung aus Thriller und Horrorfilm, den übernatürliche Phänomene durchziehen. Das verlangt einen aufgeschlossenen Zuschauer, so man sich nicht brennend für diese Genrekombination interessiert. Aber selbst wenn man diese Aufgeschlossenheit mitbringt, macht es einem der Film nicht leicht. Er funktioniert, wenn es darum geht, Gänsehaut zu erzeugen. Aber von einem Regisseur wie Shinya Tsukamoto erwartet man – insbesondere nach oben genannten Werken – einfach mehr. Um mehr geht es auch dem Regisseur. Die Alpträume sind nicht bloßer Selbstzweck. Sie sind nicht lediglich das Medium, in dem sich Opfer, Killer und Nightmare Detective treffen. Aber gerade hier greift der Film seltsam kurz, bleibt verschwommen. Lässt allenfalls aufblitzen, was sich hinter den Träumen verbirgt bzw. verbergen soll.

Und dann das bereits angesprochene, durchaus irdische Phänomen: immer, wenn man das schöne aber ausdruckslose Gesicht der Darstellerin Hitomi sieht, taucht die Frage auf, wieso man sie für die Rolle einer cleveren Ermittlerin besetzt hat. Hat man die innere Leere der Figur nach außen tragen wollen? Aber auch die muss man doch irgendwie darstellen. Das Experiment ist gescheitert. Eine ähnliche Katastrophe habe ich bisher nur durch Liv Tyler in „Onegin“ (1999) erlebt.

„Nightmare Detective“ muss man nicht unbedingt sehen.

Wertung: 6/10 IMDb: Nightmare Detective

Dr. Jekyll and Mr. Hyde (1931)

Es ist Miriam Hopkins, die „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ den Charme von Pre-Code Cinema verleiht. Aber wie viele weitere gute Gründe sprechen für diesen großartigen Film! Ich weiß gar nicht, wo beginnen.

Zunächst einmal fällt der Einstieg mit seiner subjektiven Perspektive auf. Wir sehen Dr. Henry L. Jekylls (Fredric March) Hände auf der Orgel spielen. Der Schatten seines Kopfes tanzt über dem Notenblatt. Eine schöne Metapher, die hier bereits auf den Gegenstand der Arbeit des Wissenschaftlers anspielt. Im wahrsten Sinne des Wortes „anspielt“.

Fredric March und Miriam Hopkins

Wenn sich Dr. Jekyll im Anschluss daran anschickt, das Haus zu verlassen, bewegen wir uns mit ihm durch den langen Flur. Vor einem Spiegel schwenkt sein und also unser Blick – subjektive Perspektive – herüber. Und natürlich sehen wir keine Kamera im Spiegel auftauchen sondern Dr. Jekyll, der seinen Anzug richtet. Das ist sehr schön gemacht. Überhaupt ist die Cinematographie von Karl Struss, die für den Oscar nominiert worden ist, außerordentlich. Niemals langweilig, weil hochvariabel in ihren Bildern. Weil jedes Bild seine Bedeutung hat, egal ob Schatten über die Wände tanzen oder ein Split-Screen (!) zu bewundern ist. Karl Struss ist hier dem optimalen Verhältnis von Kreativität und Einfachheit – letzteres in einem Sinn verstanden, in dem die Bilder der Geschichte dienen müssen – nahe gekommen, wie es selten der Fall ist.

Die wahre Entdeckung des Films ist für mich aber Fredric March. Hochbeeindruckend, wie er die unterschiedlichen Charaktere Jekyll und Hyde – vor allem Hyde! – zum Leben erweckt. Auch die tricktechnische Verwandlung von Jekyll in Hyde, man schrieb immerhin das Jahr 1931 als man den Film gedreht hat, beeindruckt. Ohne alle Konkurrenten zu kennen, bin ich mir sicher, dass Fredric March den Oscar für seine Leistung völlig zu Recht gewonnen hat.

Was gibt es weiter zu sagen? Die Romanvorlage von Robert Louis Stevenson ist ja hinlänglich bekannt. Samuel Hoffenstein and Percy Heath haben darauf basierend ein exzellentes Drehbuch geschaffen, welches unter der famosen Regie von Rouben Mamoulian in einem großen Film aufgegangen ist.

Interessant ist die Gewichtung der Handlung. Einmal der Wissenschaftler, der schon von seinem Charakter ganz darauf angelegt ist, mit dem Feuer zu spielen. Heutzutage mag Jekylls theoretischer Ansatz von der Separation „guter“ und „böser“ Zellen etwas albern erscheinen. Glücklicherweise wird das nie detailliertes Thema des Films. Der bewegt sich auf der Ebene eines Wissenschaftlers, der bereit ist, die Grenzen der Ethik zu übertreten. Und der Auslöser – hier wird es interessant – ist das Aufeinandertreffen der natürlichen Veranlagung des Menschen mit der gesellschaftlichen Konvention. Da möchte Dr. Jekyll Muriel Carew (Rose Hobart) heiraten. Aber deren Vater besteht auf acht Monaten Wartezeit. Wenig später steht Dr. Jekyll am Bettrand der schönen Ivy Pearson (Miriam Hopkins) …

Diese Konstruktion ergibt eine viel komplexere Geschichte, als man zunächst vermutet – und ist eine schöne Herausforderung an den Seher.

Über manche Liebesschwüre des Films hat sich nach über 75 Jahren natürlich ein leichter Staubfilm gelegt. Insgesamt sind die Dialoge auch aus heutiger Sicht nicht zu beanstanden und faszinieren immer wieder. Etwa wenn Dr. Jekyll der völlig verschreckten Ivy erklärt, dass er zwar keine Schönheit ist, aber „under this exterior you’ll find a very flower of a man!“ Trotz dieser Zusicherung will die Angst aus Miriam Hopkins’ Augen nicht verschwinden. Und wir leiden mit ihr.

Rouben Mamoulian ist mit großartigem Personal vor und hinter der Kamera die meines Erachtens beste „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ Adaption der Filmgeschichte gelungen. Unbedingt sehenswert, auch und gerade wenn man sich nicht für Gruselfilme interessiert.

Wertung: 10/10

IMDb: Dr. Jekyll and Mr. Hyde (1931)

NOSFERATU: Symphonie, Phantom und Schatten

Mehr als ein halbes Jahrhundert liegt zwischen Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ (1921) und Werner Herzogs „Nosferatu: Phantom der Nacht“ (1979). Der Fortschritt hat dem Film Ton und Farbe gegeben, im Spiel der Schauspieler liegt deutlich weniger physischer Einsatz als dies noch der Stummfilm verlangt hat. Aber vergleicht man die künstlerische Umsetzung, dann zeigt sich bereits einer der ersten Horrorfilme überhaupt ganz auf der Höhe seiner technischen Möglichkeiten.

Das stellt man bereits beim Sehen von Murnaus Film fest, der auch nach 87 Jahren den Zuschauer noch in Begeisterung versetzt. Bestätigt wird man in diesem Eindruck durch den Vergleich mit Werner Herzogs Film, der aus gutem Grund viele der wunderschönen Einstellungen zitiert oder nur leicht abwandelt. Dass man die Filme überhaupt vergleichen kann, ist ein kleines Wunder. Friedrich Wilhelm Murnau war nicht im Besitz der Rechte an Bram Stokers „Dracula“, als er seinen Film drehte. Die Umbenennung der Figuren, aus Dracula etwa wurde Graf Orlok, das Verlegen der Geschichte von London nach Wisborg und die leichte Abwandlung der Handlung konnten den Ursprung der Geschichte jedenfalls nicht verschleiern. Deshalb war es Florence Stoker, der Witwe des berühmten Autors, ein Leichtes, 1924 vor einem Berliner Gericht die Vernichtung aller Kopien des Films zu erwirken. Das gelang zum Glück nicht. Denkt man an einen anderen großen Friedrich Wilhelm und das Schicksal, welches sein Werk in den Händen seiner Schwester als Erbin nahm, dann macht man sich über das Urheberrecht, welches das „Recht am Werk“ nach dem Tod des Künstlers in die Hände von Narren spielen kann, seine eigenen Gedanken.

Der großen Authentizität von Murnaus „Nosferatu“ geht der Film „Shadow of the Vampire“ aus dem Jahr 2000 nach. Auf diesen Film wird im Anschluss ebenfalls eingegangen.

Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1921)

Wie bereits erwähnt, hält sich Murnau eng an die Romanvorlage des von ihm geschätzten Bram Stoker und tauscht lediglich Namen und Handlungsort. Erst am Schluss wird der Zuschauer von einem Finale überrascht, das von der Vorlage abweicht. Ein Ende, das mir sogar besser gefällt, als der Schluss des Originals.

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Die Handlung

Der in Wisborg tätige Immobilienmakler Knock (Alexander Granach) bekommt Post aus Transylvanien. Graf Orlok (Max Schreck) möchte in der Stadt ein Haus erwerben. Knock, der einen verwirrten Eindruck macht, scheint mit dem Grafen bekannt zu sein. Er sendet daher seinen Angestellten Thomas Hutter (Gustav von Wangenheim) mit dem unheilvollen Hinweis, dass die Reise ein paar Tropfen Blut kosten kann, zum Schloss von Orlok, um das Geschäft abzuschließen. Noch bevor Hutter das Schloss erreicht, wird er von den Bewohnern der Gegend gewarnt. Man steckt ihm ein Buch über Vampire zu, über das er zunächst lacht. Vampire! Als Hutter das Schloss in der Nacht erreicht und vom gruselig ausschauenden Grafen empfangen wird, erscheinen die Dinge schon in einem ganz anderen Licht. Ein Blick auf eine Abbildung von Hutters Frau Ellen genügt, um den Grafen den Vertrag unterschreiben zu lassen. Der verlädt nun schnell ein paar Särge, die nach Wisborg verschifft werden sollen. In dem letzten versteckt sich der Graf. Hutter beobachtet das Geschehen aus dem Fenster des Schlosses. Er ahnt die Gefahr, die Ellen droht. Auf dem Landweg versucht er, die Heimat und damit Ellen vor dem Grafen zu erreichen.

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